Donnerstag, 21. Februar 2008

I Muvrini: Polyphone A Capella-Gruppe aus Korsika auf Deutschland-Tournee

Die korsische A Capella-Gruppe I Muvrini gelten als gesellschaftskritisches und politisches Sprachrohr der kulturellen korsischen Identität. Sie gehören zu den bekanntesten Vertretern der polyphonen Insel-Gesänge. Aber die Muvrini sind mittlerweile auch über die Insel hinaus bekannt: Mit Sting zusammen haben Sie eine Version des Klassikers Fields of Gold produziert. In dem Videoclip zu dem Song taucht im übrigen auch die Halbkorsin Laetitia Casta auf. Im Februar sind die Korsen mit ihrer Terra Humana-Tournee auch in Deutschland zu Gast.
Polyphone korsische Musik hat auf der Insel eine lange Tradition und erlebt in den letzten Jahren seine Wiedergeburt. Auf zahlreichen Festivals auf der ganzen Insel wird die lange Musiktradition gepflegt, so beispielweise auf dem Festival Estivoce in Pigna im Juli oder jeden September auf dem internationalen Polyphonie-Festival «rencontres polyphoniques» in Calvi.

Wer sich ausgiebig von dem Können der Muvrini um die Gebrüder Alain und Jean Francois Bernadini lassen möchte, der sollte sich unbedingt ein Ticket für ihre Tour im Februar sichern!

Die Terra Humana Tour 2008 führt die Korsen in sieben deutsche Städte. Die Termine im Einzelnen:

Terra Humana Tour 2008
22.02.2008 Hamburg
23.02.2008 Erfurt
24.02.2008 Berlin
25.02.2008 Stuttgart
26.02.2008 München
28.02.2008 Köln
29.02.2008 Mainz

weitere Konzerttermine in der Schweiz und in Belgien
09.03.2008 Brüssel
11./12.03. Montreux

Offizielle Website der Muvrini
Mehr Informationen zu den Deutschlandkonzerten auf der Website des Konzertveranstalters All Areas Magazine
Mehr Informationen zu den Konzerten in der Schweiz und in Belgien
Mehr Informationen zu polyphoner korsischer Musik

Video des Sting-Klassikers Fields of Gold zusammen mit I Muvrini

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Die Welt hat das Muvirini-Konzert in Erfurt kommentiert:

Korsisches Liedgut vom Wegesrand, gepflückt, erblüht, verwelkt
Jérome Casalonga verzieht die Mundwinkel beim Namen I Muvrini, über den einzigen, nennenswerten Musik-Export seiner korsischen Heimat wird auf der Ile de Beauté nicht gern geredet. Auf ihrer aktuellen Tournee gastiert die Band zwar überall in Frankreich, nicht aber auf der wilden Insel, die 1977 Ort ihrer Gründung war. Casalonga ist selbst Musiker und nebenher Wahrer der echten, korsischen Kultur "und das, was I Muvrini machen, ist eben eine mit Pop vermischte Version der Ursprünge. Das ist legitim, aber alle wollen jetzt im Urlaub hier auf der Insel das Gleiche hören."In der Fabrik war am Freitag leicht zu ergründen, was Casalonga meint. Zunächst begann die bis zu neun Köpfe starke Truppe mit schönen Melodien, zu denen die drei herrlichen Männerstimmen auch dank korsischer Texte zumindest noch leicht exotisch-mediterran klangen.Nach leider recht kurzer Zeit aber hielten die Bandgründer Alain und Jean-François Bernardini nur noch die Illusion wahrhaftiger Volksmusik aufrecht, die längst zur Pop-Version ihrer selbst verflacht war. Zur dreistimmig vorgetragenen, polyphonen Paghjella lieferte nun der Synthesizer schwülstige Untermalung. Die immer wieder eingestreuten, von einer Dolmetscherin übersetzten Sprechtexte changierten derweil von märchenhaften Fabeln zu kitschigen Korsika-Werbetexten.Als irgendwann dann mediokre Chansons in französischer Sprache zu Gehör gebracht wurden, hatten wir endgültig das Festland erreicht. Keine Frage, es bleiben schöne Lieder, die I Muvrini schreiben. Mit schnödem Euro-Pop vermählt, liegen sie aber doch wie ausgerissene Blumen entwurzelt am Wegesrand und werden welk und welker. Wenigstens haben uns die Korsen schon aus Platz- und Budgetgründen mit ihrem für die Fabrik ungeeigneten, jüngsten Experiment verschont. Dort lassen sie ihre Lieder von einem 500-köpfigen Chor niedertrampeln. In Lyon, Nancy und Paris freut man sich schon auf den bombastischen Kitsch.


Link: http://www.welt.de/welt_print/article1720095/Korsisches_Liedgut_vom_Wegesrand_gepflckt_erblht_verwelkt.html