Freitag, 14. März 2008

Granitula – Das Karfreitagsritual in Calvi und anderen nordkorsischen Dörfern

Eine der wichtigsten religiösen Rituale in Nordkorsika ist der Granitula-Tanz am Karfreitag. Besonders eindrucksvoll ist die Prozession in Calvi.
Bei dem Tanz vor der Kirche Sainte Marie Majeure im historischen Stadtzentrum von Calvi drehen sich die Teilnehmer zunächst zu einer Schnecke zusammen, die sich dann spiralförmig wieder auflöst. Damit soll der Zyklus von Leben und Tod und die Wiedergeburt symbolisiert werden. Die Schrittfolge ist recht kompliziert und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Begleitet wird der Granitula-Tanz von liturgischen und gregorianischen Gesängen. Das besondere an der Granitula in Calvi: Er wird von den Brüderschaften von Saint-Antoine l'Abbé und Saint Erasme gemeinsam mit den Bürgern der Stadt begangen und in einer doppelten Spirale getanzt: jede Bruderschaft führt eine Gruppe an.
Weitere Granitula-Prozessionen gibt es zum Beispiel in Pietricaggio, Corte und Erbalunga. In Pietricaggio wird die Granitula zum Beispiel vor allen Kirchen des Ortes aufgeführt und in Corte sind Frauen und Klerus vom Tanz ausgeschlossen.
Der Granitula-Tanz hat vermutlich heidnische Ursprünge. Vermutlich hat der korsische Klerus den Ritus einfach in eine christliche Wiederauferstehungszeremonie umgedeutet.

Die Termine: Granitula (in manchen Orten auch Granitola genannt), am 21. März in Calvi, Erbalunga, Pietricaggio, Corte, Orezza, Ampugnani

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