Mittwoch, 28. Oktober 2009

Waldbrand von Aullène 2009 – Nur langsam holt sich die Natur die verbrannte Erde wieder

Im Juli sah es im zentralkorsischen Aullène nach Weltuntergang aus. Mehr als 4.500 Hektar Pinienwald standen lichterloh in Flammen – das ganze Valle Mala, südwestlich von Aullène war ein einziges Feuermeer. Bis zehn Meter an die Häuser des kleinen Bergdorfs soll das Feuer herangekommen sein, berichteten damals französische Medien. Hunderte Feuerwehrleute, fünf Canadair-Löschflugzeuge konnten nicht verhindern, dass das zerstört wurde, was die Natur in Jahrhunderten geschaffen hat: Selbst die sonst so feuerresistenten Korkeichen hat es 2009 in Südkorsika getroffen.




Über die Ursachen des Brandes wird auch Monate später spekuliert: War es eine defekte Stromleitung, die den Brand auslöste, oder ein neidischer Jäger, der einem Konkurrenten das Jagdrevier in Schutt und Asche legen wollte? Manchmal legen Schäfer in der Macchia Feuer, um ihre Weideflächen zu vergrößern.

Valle Mala, im Hintergrund der Aullène. Bis auf zehn Meter kam das Feuer an das Bergdorf heran


Vor 20 Jahren soll es bei Aullène schon einmal gebrannt haben, erzählt man uns. Aber so heftig wie in diesem Jahr, das hat man auf Korsika selten gesehen. Nur langsam erholt sich die Natur in Aullène wieder - Die Bodenvegetation, der Humus, die Rinde und das Laub und die Nadeln der Bäume und Sträucher sowie das trockene Unterholz: Nichts ist davon übrig geblieben. Ein echtes Szenario für einen Weltuntergangs-Film also. Wie mahnende Wächter stechen die schwarz verkohlten Baumstämme in den stahlblauen Himmel – viele davon werden sich nie wieder erholen, denn die Bäume sterben ab, sobald das Kambium, die Nährstoff führende Schicht unter der Borke, überhitzt wird.



Nur langsam beginnen im Valle Mala die Aufräumarbeiten. Doch jetzt im Herbst, dort sich wo nach den ersten Regenfällen der kalten Jahreszeit die Bachläufe wieder füllen, kommt langsam aber sicher das Grün zurück: Farne und Gräser sind die ersten resistenten Pflanzen, die sich das Tal und die steilen Hänge zurückerobern. Pinien, Eichen, Erdbeerbäume, Mastixbüsche und Wildpistazien werden aber noch Jahrzehnte brauchen, bis sie sich von dem folgenschweren Waldbrand des Juli 2009 erholt haben.




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