Freitag, 8. Oktober 2010

Leichte Entspannung an korsischen Tankstellen: Nachschub an Diesel ist angekommen, seit gestern auch Abgabe von Normalbenzin rationiert

Die Lage an den korsischen Tankstellen soll sich in den nächsten Tagen leicht entspannen, meldet die Tageszeitung Corse Matin. Die Häfen von Marseille-Fos und Lavera, von denen aus die Insel mit Treibstoff versorgt wird, werden seit letzter Woche von streikenden Arbeitern blockiert und auf Korsika ging in den letzten Tagen Benzin und Diesel aus.
Am gestrigen Donnerstag sei ein Treibstofftanker in Ajaccio angekommen und wurde bis Mitternacht gelöscht. Die wertvolle Fracht des Tankers „Clara“, der aus Sardinien nach Korsika geordert wurde, solle im Laufe des Freitags in Bastia ankommen. Mehrere Tankstellen der Mineralölgesellschaft Esso hätten bereits Treibstoff in Tanklastern nach Korsika gebracht, berichtet das Regionalblatt weiter.
Auch wenn es am Wochenende an den meisten Tankstellen der Insel wieder Nachschub geben solle, bleibt Sprit auf Korsika rationiert: Nach Anordnung des Präfekten der französischen Mittelmeerinsel bleibt die Abgabemenge von Diesel und seit Donnerstag auch von Normalbenzin auf 30 Liter für PKW und 50 Liter für Lastwagen begrenzt. Inzwischen bilden sich vor den Tankstellen der Insel lange Schlangen. In den letzten Tagen musste man bis zu 90 Minuten an den Tankstellen der Departement-Hauptstadt Bastia warten, so Corse Matin.

Auch nach zwölf Tagen Streik im Hafen in Marseille ist kein Ende des Arbeitskampfs in Sicht. Der Streik werde wohl mindestens bis 12. Oktober andauern. Denn für nächsten Dienstag ist ein landesweiter Generalstreik gegen die Rentenreform der Regierung Sarkozy angekündigt und die Hafenblockade werde wohl bis zu dem Tag fortgeführt, sagte ein Gewerkschaftssprecher dem korsischen Regionalprogramm von France 3. Durch den Streik wird in den Raffinerien in Südfrankreich auch das Rohöl knapp. Der Mineralölkonzern Total, der die meisten Tankstellen auf Korsika betreibt, überlegt sogar, die Treibstoffproduktion ab Sonntag vorrübergehend einzustellen. Deswegen habe man für nächste Woche bereits eine weitere Spritlieferung auf Sardinien bestellt, berichtet Le Figaro.

(Foto: Wikimedia)

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